Forschung zum Steinadler

Telemetrie-Daten zur Raumnutzung

 

Von der Vogelwarte des Max-Planck-Institutes für Verhaltensbiologie in Radolfzell wurden in Kooperation mit dem LBV in den letzten Jahren 2 bayerische Jungadler besendert:

 

In diesem Rahmen wurde 2020 ein Steinadler mit einem GPS-Sender ausgestattet. Dieser hatte sich in der Nähe von Oberstaufen in einem Stacheldraht verhangen und verletzt, konnte aber nach kurzer Pflege wieder ausgewildert werden. Der männliche Vogel wurde nach seinem Pfleger auf den Namen „Werner“ getauft und hält sich zum Großteil im Dreiländereck Liechtenstein, Schweiz, Österreich auf. Die Flugbahn des Vogels (Kenn-Name: M01-2020) konnte bis Ende 2024 über die App „Animal-Tracker“ verfolgt werden. 

 

Ein Jungvogel aus dem Mangfallgebirge wurde 2023 besendert. Nach anfangs mehreren großen Ausflügen um die Hohen Tauern und in die Schweiz hält er sich bevorzugt zwischen Füssen und Schliersee auf. Der Sender liefert interessante Daten zum Verhalten des Heranwachsenden in und zwischen den besetzten Revieren.

Habitatnutzung

Ein wichtiger Schwerpunkt der LBV-Arbeit sind Beobachtungen zur Raumnutzung der Steinadler. So konnten im Allgäu "Kerngebiete" herausgefunden werden - Flächen, die sehr häufig von den Reviervögeln genutzt wurden. Während die Reviere zwischen 3.000 und 13.000 ha groß sind, machten die Kerngebiete nur einen Bruchteil dieser Gesamtflächen aus.

 

Meist haben diese "Inseln" Flächengrößen von wenigen Quadratkilometern oder im Einzelfall auch deutlich weniger. Kerngebiete wiesen praktisch keine bis äußerst geringe menschliche Anwesenheit auf! Möglicherweise sind menschliche Störungen in diesen Bereichen besonders empfindlich für die Tiere.

 

Über vorhandene Daten zum Nahrungsangebot und zur Freizeit- und Erholungsnutzung hat der LBV mit Unterstützung durch die HIT UMWELT- UND NATURSCHUTZ STIFTUNGS-GMBH ein Habitatmodell erarbeiten lassen. Damit kann für 20 Reviere, die nach unterschiedlichen Kriterien (z.B. schlechter Bruterfolg) ausgewählt wurden, detaillierter die Raumnutzung der Steinadler beurteilt werden. 2025 wurde ein erster Versuch unternommen in zwei Revieren vertieft die Modellergebnisse vor Ort zu bewerten. Es hat sich herausgestellt, dass der Aufwand hierfür so hoch ist, dass dies nur in einem gesonderten Projektansatz verfolgt werden kann.